TEISENDORF (ml) 

Philipp Kern von der BRK-Bereitschaft Teisendorf hat für seine Kameraden eine ganz besondere Übung organisiert:

Sie konnten auf dem Gelände des Altautoverwerters Schaumaier in Traunstein unter realistischen Bedingungen ausprobieren, wie man im Notfall mit nur einfachen Hilfsmitteln, ohne Feuerwehr und technischen Rettungssatz sehr rasch in ein Unfallauto gelangt, um Verletzte zu versorgen oder aus dem Gefahrenbereich zu retten.

„Rotkreuz-Fahrzeuge sind sehr viel mit Patiententransporten unterwegs und kommen relativ häufig als erstes Rettungsmittel an die Unfallstelle, wobei es Situationen gibt, in denen höchste Eile geboten ist, beispielsweise wenn ein Auto brennt oder die Insassen bewusstlos sind“, erklärt Kern. Dann können die Sanitäter nicht mehrere Minuten warten, bis das erste Rüstfahrzeug der Feuerwehr eintrifft und müssen sofort handeln. Die Teilnehmer mussten die Seitenscheiben mit verschiedenen Hilfsmitteln wie einem Stein, einem Messer und einem Nothammer einschlagen, wobei nur der Nothammer und das letztendlich verbogene Messer die Kraft so konzentriert auf einen Punkt übertrugen, dass die Scheibe auch tatsächlich brach.

Mit dem so genannten Rautekgriff bekommt auch ein Ersthelfer einen Patienten ohne zusätzliche Hilfe sehr rasch aus einem Fahrzeug; im Rettungsdienst-Alltag wird der Griff allerdings kaum angewandt, da mit zahlreichen Hilfsmitteln weitaus schonendere Möglichkeiten zur Rettung und zum Transport zur Verfügung stehen. „Der Vorteil ist aber, dass er einfach anzuwenden ist und eine sehr rasche Rettung ermöglicht“, erklärt Kern. Die Übungsteilnehmer konnten den Griff zur Crash-Rettung an einem Combi und einem Coupé testen. Nach den einzelnen praktischen Unterrichtseinheiten mussten die zehn Sanitäter, darunter zwei Mitglieder der Bereitschaftsjugend, das Erlernte bei einer realistisch inszenierten Abschlussübung inklusive Patientenversorgung anwenden.